ARCHIV: Arbeitskreis Interkulturelles Philosophieren: Theorie und Praxis ab 2013

Chronologisch; späteste zuerst:

2017

Semester-Schwerpunkt SoSe 2017: Philosophien Indiens

Koordination und Organisation:
Murat Ateş: Lehrbeauftragter an der Universität Wien, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universtiät des Saarlandes sowie Redaktionsmitlgied der Zeitschrift polylog
Michael Shorny: Gründungs- und Vorstandmitglied der Wiener Gesellschaft für interkulturelle Philosophie,  Redaktionsmitglied der Zeitschrift polylog

2017-06-22

Elisa Freschi (Wien):
(Anti-)Realismus aus Perspektive des Viśiṣṭādvaita Vedānta. DETAILS
AK ab 2013

 

2017-06-08

Arno Böhler / Dagmar Shorny (Wien)
"Philosophie des Yoga – Yoga als Philosophie" DETAILS

2017-05-18

Ram Adhar Mall (Jena):
"Indische Logik zwischen Epistemologie und Psychologie" DETAILS

2017-05-04

Monika Kirloskar-Steinbach (Konstanz):
"Kann es eine indische Menschenrechtsbegründung geben?" DETAILS

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Semester-Schwerpunkt WiSe 2016/17: Grenzen im Denken Europas: Mittel- und osteuropäische Ansichten

Koordination und Organisation: Mădălina Diaconu: Privatdozentin am Institut für Philosophie und am Institut für Romanistik der Universität Wien, Redaktionsmitglied der Zeitschrift “polylog” und Vizepräsidentin der WiGiP. Bianca Boteva-Richter: Lektorin am Institut für Philosophie der Universität Wien, Redaktionsmitglied der Zeitschrift “polylog” und Vorstandsmitglied der WiGiP.

Eine Kooperation von: Wiener Gesellschaft für interkulturelle Philosophie (WiGiP), Institut für Romanistik der Universität Wien, OeAD-Kooperationsbüro Lemberg/Lwiw, Österreichisch-Rumänische Gesellschaft, IWK

2017-01-26

Andriy Dakhniy (Lwiw):
Die Ukraine zwischen Europa und Russland (aus geschichtsphilosophischer und interkultureller Sicht) Details

2017-01-12

Romanița Constantinescu (Bukarest, Heidelberg):
Zur östlichen Grenze Südost- und Ost(mittel)Europas.
Details

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2016

2016-12-01

Yvanka B. Raynova (Sofia, Wien):
Feministische Wertekonflikte und Dramadynamik im »Ost-West«-Kontext Details

 

2016-11-24:

Nikolaj Plotnikov (Bochum):
Philosophie im postsowjetischen Russland zwischen Identitätsfindung und wissenschaftlichem Diskurs. Versuch einer Kartographie. Details

2016-10-16:

Podiumsdiskussion mit Philipp Ther und Larisa Schippel (Wien):
Ist Osteuropa überhaupt Europa? Grenzziehungen des Denkens als hegemoniale Muster des Ausschlusses. Details

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Semester-Schwerpunkt SoSe 2016: Philosophie in der arabisch-islamischen Welt

Koordination und Organisation: Dr. Anke Graneß, Institut für Philosophie an der Universität Wien, Redaktionsmitglied der Zeitschrift “polylog”.

In Kooperation mit dem Institut für Wissenschaft und Kunst (IWK), Wien

2016-06-23:

Elizabeth Suzanne Kassab: Enlightenment Debates in Cairo and Damascus on the Eve of the 2011 Uprisings. Details

2016-05-23:

Ayman Agbaria: Islamic Jurisprudence of Minorities: Is It Good for All? The Case of the Palestinian Muslim Minority in Israel. Details

2016-04-12:

Sarhan Dhouib: Intoleranz und Toleranz in der arabischen Moderne. Details

2016-03-17:

Elvira Wakelnig: Philosophie – Falsafa: Von Griechenland in die arabisch-islamische Welt. Details 

2016-03-03:

Jameleddine Ben Abdeljelil: "Das Unbehagen an der Tradition im Islam – Bruch und Kontinuität." AUDIO zum Nachhören und weitere Details

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Semester-Schwerpunkt WiSe 2015/16: Philosophie in Lateinamerika

Koordination und Organisation: DDr. Hans Schelkshorn, Institut für christliche Philosophie an der Universität Wien, Redaktionsmitglied der Zeitschrift “polylog”.

2016-01-25:

Hans Schelkshorn: "Von der Mexikanischen Revolution zur Philosophie der Befreiung. Zum lateinamerikanischen Denken im 20. Jahrhundert." Details 

2016-01-12:

Ulrich Brand: "„Gutes Leben“ (buen vivir) – Anregungen einer lateinamerikanischen Debatte." Details 

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2015

2015-12-09:

Josefina Echavarría Álvarez: "Friedensprozesse und Konflikttransformation: ein Blick auf vergangene und gegenwärtige Prozesse in Kolumbien." Details 

2015-11-19:

Mohamed Turki: "Convivencia und Toleranz in Al-Andalus." Details 

2015-11-12:

Michael Rössner: "Literatur als Fortsetzung der Philosophie mit anderen Mitteln: Philosophisch-literarische Spiele in der argentinischen Literatur." Details 

2015-10-22:

Josef Estermann: "Andine Philosophie als provozierende Alterität – Eine interkulturelle Kritik des abendländischen Ethno- und Androzentrismus." Details 

2015-10-12:

Raúl Fornet-Betancourt: "Zur kulturellen Funktion der Philosophie in Zeiten der Krise.Eine lateinamerikanische Perspektive." Details 

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Arbeitskreis ohne Semester-Schwerpunkt:

2015-06-23:

L.-J. Bonny Duala-M'bedy: "Die Konstruktion des Fremden in der europäischen Geistesgeschichte. Der Fall Afrika." Details 

2015-06-11:

Alena Rettová: "African Philosophy in Multiple Disguises." Details 

2015-05-21:

Gail Presbey: "Odera Oruka and Mohandas Gandhi on Reconciliation." Details 

2015-04-23:

Murat Ateş: "An-ātman. Zur Frage des Subjekts in der frühen indischen Philosophie." Details 

2015-03-26:

Wolfdietrich Schmied-Kowarzik: "Thesen zum interkulturellen Selbstverständnis der Philosophie." Details 

2015-03-19:

Geoffrey Ashton: "Amor Fati and the Aesthetics of Liberation in the Bhagavad Gītā: A Nietzschean Reading of Bhakti Yoga in the Post-Theophany Chapters." Details 

2015-01-22:

Ursula Klein: "Unterlassen als Un/Möglichkeit für Entwicklung." Details

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2014

2014-12-11:

Anke Graneß: "Darf Nahrung Ware sein? Gerechtigkeitskonzeptionen aus der modernen Philosophie in Afrika." Details 

2014-11-06:

Albert Kasanda: "African Intercultural Philosophy." Details

2014-10-31:

Hans Schelkshorn, Nausikaa Schirilla, Georg Stenger, Franz Martin Wimmer: "Zur Zukunft der interkulturellen Philosophie (Podiumsdiskussion)." Details 

2014-10-23:

Harald Lemke: "Interkulturelle Philosophie und universelle Ethik." Details 

2014-06-26:

Julya Rabinowich und Martin Ross: "Martin Ross im Gespräch mit Julya Rabinowich." Details 

2014-05-22:

James Garrison: "The Aesthetic Life of Power: An Overview." Details

2014-05-08:

Graham Parkes: "Climate change and Chinese philosophy." Details

2014-02-05:

Reginald Oduor: "Identity Politics in the Twenty-first Century: A Kenyan Perspective." Details

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2013

2013-11-07:

Michaela Krenčeyová: "Wer darf über Afrika schreiben? Inklusionsstrategien afrikanischer WissenschaftlerInnen in globalen Diskursen." Details 

2013-06-20:

Eike Bohlken: "Was wir vom Anderen wissen sollten. Interkulturelle Ethik als Teildisziplin der Angewandten Ethik?" Details 

2013-05-23:

Grzegorz Gugulski: "Das Individuum und die (nationale) Kultur bei Witold Gombrowicz und im gegenwärtigen politischen Diskurs in Polen." Details 

2013-01-16:

Peter Enz: "Der Keim der Revolte: Militante Solidarität und religiöse Mission bei Ibn Khaldun." Details

 

 

2013-01-16

MITTWOCH, 16.1. 2013, 18.30 Uhr, IWK


Buchpräsentation 
Peter Enz:  »Der Keim der Revolte: Militante Solidarität und religiöse Mission bei Ibn Khaldun« 
Vortrag und Diskussion

In seinem Versuch, die Geschichte, so wie er sie erlebt, rational begreiflich zu machen, entwirft Ibn Khaldun, ein Tunesier aus dem 14. christlichen Jahrhundert, in seinem geschichtstheoretischen Hauptwerk den Begriff der Asabiya. Die Asabiya ist eine Art militanter Solidarität, die die Mitglieder einer Gruppe von Menschen aneinander bindet und es der Gruppe ermöglicht, sich gegen äußere Bedrohungen zu wehren und aktive Machtansprüche zu stellen. Sie ist im Gedankengebäude Ibn Khalduns die eigentliche Bewegerin der Geschichte, sie treibt die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklungen an, sie macht eine Gruppe von Menschen zu einem aktiven politischen Subjekt. Ohne Asabiya ist politischer Erfolg nicht möglich.
Peter Enz macht es sich zur Aufgabe, die vielschichtigen Strukturen dieses Begriffs, seine Bedingungen und Funktionen genau zu durchleuchten. Die Bedeutung der Asabiya erschöpft sich nämlich nicht in ihrer Rolle als soziale Kraft. Gerade im Dialog mit dem postmarxistischen Denker Alain Badiou entpuppt sie sich als ein Konzept, das die komplexen Strukturen revolutionärer Bewegungen verständlich machen kann.

Peter Enz: Studium der Arabistik und Philosophie in Wien. Gegenwärtig arbeitet er als Übersetzer im Bundesdienst.

 

INFORMATIONEN ZUM BUCH

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2013-05-23

Donnerstag 23.5.13, 18:30 Uhr, IWK

Vortrag und Gespräch mit Grzegorz Gugulski:

Das Individuum und die (nationale) Kultur bei Witold Gombrowicz und im gegenwärtigen politischen Diskurs in Polen

Witold Gombrowicz gehört zweifelsohne zu den interessantesten Persönlichkeiten der (polnischen) Literatur des 20. Jahrhunderts. Neben seinen herausragenden literarischen
Leistungen hat er sich vor allem mit Themen wie Polen, Polentum und der Rolle des Individuums innerhalb der Gesellschaft oder Nation auseinandergesetzt. Der Begriff Nation erweist sich nach wie vor als geeignetes Mittel, um identitätsstiftende kulturelle Konstrukte aufrechtzuerhalten, zu kreieren und diese in den Dienst der Macht im breitesten Sinne des Wortes einzuspannen. Dies veranschaulicht nicht nur seine Auseinandersetzung mit der (nationalen) Kultur, sondern auch der gegenwärtige politische Diskurs in Polen.

Grzegorz Gugulski ist Senior Lecturer am Zentrum für Translationswissenschaft der Universität Wien (Sprachbereich Polnisch).

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2013-06-20

Donnerstag 20. 6. 2013, 18:30 Uhr, IWK

Vortrag und Gespräch mit Eike Bohlken (Hannover)

Was wir vom Anderen wissen sollten. Interkulturelle Ethik als Teildisziplin der Angewandten Ethik?

Geht man davon aus, dass es innerhalb der interkulturellen Philosophie auch einer interkulturellen Ethik bedarf, stellt sich die Frage, in welchem Verhältnis diese zur Allgemeinen Ethik des moralischen Universalismus steht. Löst sie diese ab? Oder ergänzt sie sie als Teildisziplin der Angewandten Ethik, indem sie versucht, die Realisierungsmöglichkeiten eines moralischen Universalismus in kulturell heterogenen und postkolonialen Gesellschaften auszuloten? Der Vortrag geht diesen Fragen nach und versucht, die Position der interkulturellen Ethik zwischen Allgemeiner und Angewandter Ethik zu bestimmen.

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2013-10-10

Donnerstag, 10.10.2013, 19.30 Uhr, IWK
Präsentation der Nummer 29 von »polylog. Zeitschrift für interkulturelles Philosophieren« zum Thema Natur 
Vorgestellt von Ursula Baatz, Mădălina Diaconu und Ursula Taborsky (Wien)
Die neue Nummer von »polylog« widmet sich dem Thema Natur in interkultureller Perspektive: verschiedene Konzepte, die Rolle von Natur und Politiken in Bezug auf Natur werden verhandelt. Z. B. wird Natur aus der Perspektive der environmental aesthetics analysiert, die die ästhetische Politik auf der Idee eines »Gemeinguts der Wahrnehmung« gründet, sowie auch aus der bio- und ökozentrischen Perspektive einer »präkolonialen afrikanischen Ethik«. Andere Autoren hinterfragen kritisch die geläufig als selbstverständlich geltende ökologische Relevanz des Buddhismus und untersuchen das Natur-Verständnis mongolischer Schamanen. Auch werden konkrete soziale Projekte, wie dem »Gartenpolylog« diskutiert. Weitere Infos auf www.polylog.net. 
Ursula Baatz: Gründungsmitglied der WIGIP und des »polylog«, Philosophin und Wissenschaftsjournalistin. 
M
ădălina Diaconu: Privatdozentin an der Universität Wien, Vorstandsmitglied der WiGiP und Redaktionsmitglied von »polylog« und »Studia Phaenomenologica«. 
Ursula Taborsky: 
Vorstandsmitglied der WiGiP; Mitgründerin und Vorstandsmitglied von »Gartenpolylog – Die GärtnerInnen der Welt kooperieren«.

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2013-11-07

Donnerstag, 7.11.2013, 18.30 Uhr, IWK 

Miša Krenčeyová (Wien): 
Wer darf über Afrika schreiben? Inklusionsstrategien afrikanischer WissenschaftlerInnen in globalen Diskursen
Die AutorInnenschaft wissenschaftlicher Veröffentlichungen zu Afrika unterliegt einem deutlichen Machtgefälle und spiegelt die marginalisierte Position afrikanischer WissenschaftlerInnen im globalen akademischen Feld wider. Diskurse wie jene zu Menschenrechten und Entwicklung sind gleichzeitig geprägt von einem Übermaß an Repräsentationen von Afrika, die unterschiedliche Interessen spiegeln und Afrika als imaginierten Raum für vielfältige Zwecke vereinnahmen. Afrikanische WissenschaftlerInnen nehmen hierbei eine spezifische geopolitische diskursive Position ein. Ausgewählte Beispiele ihrer Deutungen Afrikas im Zusammenhang mit den Wissensfeldern »Menschenrechte« und »Entwicklung« sollen im Vortrag als Ausgangspunkt für Überlegungen zur Verschränkung von Autorität und Identität in der Wissensproduktion zu Afrika dienen. 
Miša Krenčeyová: Studium der Internationalen Entwicklung, Doktorat Afrikawissenschaften. Derzeit Post-Doc-Assistentin am Institut für Afrikawissenschaften, Universität Wien.

Moderation: Franz Martin Wimmer

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2014-02-05

Mittwoch, 05.02.2014, 19 Uhr, IWK

Dr. Reginald M.J. Oduor (Universität Nairobi, Kenia)

Identity Politics in the Twenty-first Century: A Kenyan Perspective

Der kenianische Philosoph Reginald M.J. Oduor (Universität Nairobi) beschäftigt sich in seinem Vortrag mit dem Problem der ethnozentrierten Politik im heutigen Kenia. Obwohl in Kenia, einem Staat in dem 42 verschiedene Ethnien beheimatet sind, der dominierende politische Diskurs auf die Nation bezogen ist, ist die von den politischen Eliten betriebene Politik letztendlich immer noch ethnozentriert, d.h. es steht vor allem die Sicherung der Interessen der eigenen Ethnie im Vordergrund. Die Unterdrückung der Interessen ethnischer Minderheiten bzw. der Möglichkeit, diese in einem auf die Nation orientierten politischen Diskurs überhaupt erst zu formulieren, trägt wesentlich zur politischen Instabilität des Landes bei. Aus diesem Grund schlägt Oduor vor, dass für eine langfristige Stabilisierung des Landes eine Verschiebung vom Paradigma der auf das Individuum fokussierten liberalen Demokratie hin zu einer anderen Form der Demokratie erfolgen sollte, die die ethnische Verbundenheit, der die Mehrheit seiner Landsleute verpflichtet ist, anerkennt.

Dies ist sicherlich eine starke und kontrovers zu diskutierende These, die angesichts ethnischer Politik in Europa (siehe u.a. während des Prozess des Zerfalls des ehemaligen Jugoslawien oder die Ausgrenzung von Sinti und Roma) Relevanz über den Kontext Afrikas hinaus besitzt.

Vortrag in englischer Sprache nachzuhören im Internet: https://audiothek.philo.at/media/reginald-mj-oduor-nairobi-kenia-identity-politics-

Dr. Reginald M.J. Oduor is Lecturer in Philosophy, Department of Philosophy and Religious Studies, University of Nairobi. Latest Publication: Oduor, R.M.J. 2012. Ethnic Minorities in Kenya’s Emerging Democracy: Philosophical Foundations of their Liberties and Limits. Lambert Academic Publishing, Saarbrücken, Germany. www.lap-publishinghouse.com

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2014-05-08

Donnerstag, 08.MAI.2014, 19 Uhr, IWK

Graham Parkes (Cork, Irland)

Climate change and Chinese philosophy

Graham Parkes' Forschungen widmen sich vor allem Fragen der Umweltphilosophie und der politischen Philosophie, und zwar aus einer dezidiert komparativen Perspektive zwischen kontinentaleuropäischen und ostasiatischen Philosophien. Parkes kritisiert die europäische und nordamerikanische Philosophie als provinziell insofern sie über eine Beschäftigung mit sich selbst selten hinaus geht. Aus diesem Grund versucht er sich an einer Öffnung des Diskurses, am Gewinnen einer hermeneutischen Distanz, durch das Studium der chinesischen und japanischen Philosophie, eine Aufgabe, die gerade auch angesichts der Globalisierung von großer Bedeutung ist. Konkret beschäftigt sich Parkes zurzeit mit der "Politik der globalen Erwärmung" aus einer weltphilosophischen Perspektive und wird dieses Herangehen in seinem Vortrag darlegen.

Vortrag in englischer Sprache.

Graham Parkes gilt als einer der besten Kenner der japanischen und chinesischen Philosophie. Bekannt wurde er u.a. für seine Übersetzung und Interpretation von Texten der japanischen Philosophie ins Englische. Zudem gilt er als profunder Kenner von Nietzsche und Heidegger und wurde bekannt für seine vergleichenden Studien zwischen Nietzsche und Heidegger mit dem chinesischen Daoismus bzw. japanischen Zen. Parkes ist Professor für Philosophie am University College Cork, Irland.

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2014-05-22

Donnerstag, 22.05.2014, 19 Uhr, IWK

James Garrison (Wien)

The Aesthetic Life of Power: An Overview

Moderation: Franz Martin Wimmer

The task of accounting for how persons, how subjects are made is one where the traditional Western divisions of ethics and aesthetics merge, and it is in this regard that non-Western, particularly Chinese, and even more particularly Confucian, insights have a distinct advantage. By having dealt with ritual ethically-aesthetically over such a long history on its own terms, Confucianism can address aspects of person-making in ways that surpass the more reactive efforts in contemporary Critical Theory.

Here the path is fivefold, going through the critical post-structuralist notion of I) becoming subject, subjectivation, and the accompanying idea of II) autonomy alongside (III) the classical Confucian idea of ritual, lǐ , as well as contemporary notions of IV) subjectality, a Confucian/Marxian-materialist approach to collective unconsciousness in social ritual and V) somaesthetic (bodily) cultivation. What results is an intercultural account of how two traditions, one newer and reactionary and the other older and speaking on its own terms, converge on an important issue for this era—understanding and broadening the radically A) relational, B) discursive, C) bodily, D) ritually-impelled self.

Vortrag in englischer Sprache.

James Garrison arbeitet nach längerem Aufenthalt in China z.Z. am Institut für Philosophie der Universität Wien an seiner Dissertation, die Judith Butlers Werk in Bezug zum Konfuzianismus setzt. Er ist zudem Mitglied der Redaktion der Zeitschrift polylog.

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2014-06-26

Donnerstag, 26.06.2014, 19 Uhr, IWK

Martin Ross im Gespräch mit Julya Rabinowich

Die österreichische Autorin mit russischen Wurzeln Julya Rabinowich, geboren in St. Petersburg, ist nicht nur eine erfolgreiche Schriftstellerin und Autorin zahlreicher Bühnenstücke, sondern zudem ausgebildete Simultandolmetscherin mit Übersetzungserfahrungen u.a. für das Integrationshaus Wien und den Diakonie-Flüchtlingsdienst, Erfahrungen, die sich nicht zuletzt auch in ihren literarischen Werken widerspiegeln.

Martin Ross, Philosoph und Schriftsteller, spricht mit Frau Rabinowich über Fragen des Übersetzens und Geschichtenerzählens, über Flüchtlingsgeschichten und kulturelle Missverständnisse, ihre Arbeit als Dolmetscherin - und nicht zuletzt über die philosophische Frage, ob und inwieweit ein Übersetzen und Verstehen interkulturell überhaupt möglich ist.

Julya Rabinowich ist Autorin der Bücher Die Erdfresserin (2012), Herznovelle (2011, nominiert für den Prix du Livre Européen) und Spaltkopf (2008, Rauriser Literaturpreis).

Martin Ross ist Philosoph, Hochschullehrer, Schriftsteller und Lektor sowie langjähriges Mitglied der Redaktion der Zeitschrift polylog. Er lehrt an der Kunstuniversität Linz.

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2014-10-23

Donnerstag 23.10.2014, 19h:

Harald Lemke (Salzburg): Interkulturelle Philosophie und universelle Ethik

Angesichts zahlreicher gesellschaftlicher Probleme wächst die Dringlichkeit einer globalen Ethik. Eine solche Ethik, die sich in ihrem universalistischen Anspruch an alle Menschen richtet, ist von vornherein mit der Aufgabe konfrontiert, aus einem Dialog der Kulturen hervorzugehen. Um dieser Aufgabe zu entsprechen, wird der Vortrag speziell die philosophische Hermeneutik befragen, insofern diese als traditionelle Methode des interkulturellen Philosophierens dient. Deren Verdienste und Schwächen werden zur Diskussion gestellt.

Harald Lemke: Visiting Research Professor am Department of Urban Management an der Universität Kyoto (Japan), lehrt am Interdisziplinären Zentrum für Gastrosophie der Universität Salzburg.

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2014-10-31

Freitag 31.10.2014, Aula am Campus (Altes AKH), 19-21h:

Zur Zukunft der interkulturellen Philosophie

Podiumsdiskussion anlässlich des 20-Jahr-Jubiläums der Wiener Gesellschaft für interkulturelle Philosophie (WiGiP)

Mit Hans Schelkshorn (Wien), Nausikaa Schirilla (Freiburg/Br.), Georg Stenger (Wien), Franz Martin Wimmer (Wien)

Anlässlich des 20-Jahr-Jubiläums der Wiener Gesellschaft für Interkulturelle Philosophie (WiGiP) findet eine Podiumsdiskussion statt, in der die Errungenschaften und die Zukunftsperspektiven der interkulturellen Philosophie erörtert werden.

Diskutant_innen

Hans Schelkshorn: a.o. Professor am Institut für christliche Philosophie der Universität Wien, Präsident der WiGiP.

Nausikaa Schirilla: Professorin für Soziale Arbeit mit Schwerpunkt Migration und interkulturelle Kompetenz an der Katholischen Hochschule Freiburg, Redaktionsleiterin von “polylog”.

Georg Stenger: Professor für Philosophie in einer globalen Welt am Institut für Philosophie der Universität Wien, Präsident der Gesellschaft für interkulturelle Philosophie (GiP).

Franz Martin Wimmer: Professor i.R. am Institut für Philosophie der Universität Wien, Gründer und Ehrenpräsident der WiGiP.

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2014-11-06

Donnerstag 6.11.2014, 19h:

Albert Kasanda (Demokratische Republik Kongo):

African Intercultural Philosophy

Albert Kasanda talking about African Intercultural Philosophy as a substitute for Alena Rettovas lecture (cancelled due to illness).

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2014-12-11

Donnerstag 11.12.2014, 19h:

Anke Graneß (Wien):

Darf Nahrung Ware sein? Gerechtigkeitskonzeptionen aus der modernen Philosophie in Afrika

“Nahrung ist ein Menschenrecht. Wir müssen alles dafür tun, es zu verwirklichen”, heißt es in vielen internationalen politischen Dokumenten. Aber wie ist dieses grundlegende Menschenrecht zu verwirklichen? Und ist dies überhaupt möglich, solange Nahrung wie jede andere Ware gehandelt und betrachtet wird? Diese und ähnliche Fragen bewegen Philosophen aus Afrika heute. Ihre philosophischen und ethischen Konzepte werden maßgeblich geprägt von der lebensweltlichen Erfahrung extremer Armut und jahrelanger Bürgerkriege. Damit wird der gegenwärtige Gerechtigkeitsdiskurs mit einer Perspektive konfrontiert, die der Sicherung körperlicher Bedürfnisse Priorität einräumt und zentrale Fragen der Debatte neu stellt. Der Beitrag präsentiert Gerechtigkeitskonzeptionen von Teodros Kiros (Äthiopien) und Henry Odera Oruka (Kenia) und geht der Frage nach, ob Nahrung eigentlich zur Ware gemacht werden darf.

Anke Graneß: Inhaberin einer Elise-Richter-Stelle des FWF und Lehrbeauftragte am Institut für Philosophie der Universität Wien, Redaktionsmitglied von “polylog”.

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2015-01-22

Donnerstag 22.1.2015, 19h:

Ursula Klein (Wien): Unterlassen als Un/Möglichkeit für Entwicklung

Für Entwicklung, so scheint es, muss stets etwas getan werden. Doch passiert Entwicklung nicht auch und zu einem wesentlichen Teil über das, was unterlassen wird? Können wir die Welt nur tätig gestalten? Und welche Gültigkeit hat ein Vorrang des Tuns gegenüber dem Unterlassen in einem moralischen Kontext? Unterlassen kann auch bedeuten, etwas Schlechtes oder Schädigendes nicht zu tun. Mit dem daoistischen Begriff des wuwei wird ein solches Nicht-Tun um Aspekte des “von-selbst-so” erweitert. Unterlassen ist nicht Untätigsein, vielmehr manifestiert es sich im Tätigsein, denn es bedeutet, etwas nicht zu tun. Dass etwas nicht zu tun zu Entwicklung beitragen kann, erscheint zunächst unsinnig, denn Entwicklung bedeutet doch, dass wir durch unser Zu-Tun die Welt nach unseren Vorstellungen formen. Doch was tun, wenn Entwicklung essenzielle Bereiche des menschlichen Zusammenlebens entwertet und Lebensgrundlagen zerstört? Was tun, wenn “Entwicklung” das übertönt, was buen vivir (das gute Leben) bedeutet?

Ursula Klein: handwerklich-künstlerische Tätigkeit, Studium der Internationalen Entwicklung an der Universität Wien.

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2015-03-19

Donnerstag 19. 3.2015, 19h:

Geoffrey Ashton: Amor Fati and the Aesthetics of Liberation in the Bhagavad Gītā: A Nietzschean Reading of Bhakti Yoga in the Post-Theophany Chapters

If one of Krsna’s basic concerns in the Bhagavad Gītā is to get Arjuna to act according to his kṣatriya dharma (warrior duty), then what could be his rationale in revealing his divine form in Chapter 11 – particularly given that the events it discloses re-enact the terror that stifle Arjuna’s will to act in the first place? Furthermore, what, if anything, does the path of devotion (bhakti yoga) have to do with Arjuna’s recovery from this second crisis of will in the Gītā? This paper argues that Kṛṣṇa reveals the impending destruction of the world (through the theophany) in order to help Arjuna to love a potentially repellent fate with Nietzschean-like, “yes-saying pathos”. The paper focuses upon the post-theophany chapters, which clarify the architecture of circumstance (prakṛti) à la the theistic metaphysics of the early Sāṃkhya doctrine. It then situates bhakti yoga in this philosophical context, arguing that devotion to Krsna helps Arjuna to re-embody not just his limited physical body, but his entire situation qua empathic identification with the cosmic body of Krsna. Finally, the paper links bhakti yoga, Sāṃkhya metaphysics, and the theophany by way of Nietzsche’s formulation of “amor fati”. In brief, bhakti yoga is a kind of amor fati that enables Arjuna to love the body of life as his own in full awareness that his love will not modify his fate.

Geoffrey Ashton: Assistenzprofessor an der Universität of Colorado, USA.

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2015-03-26

Donnerstag 26. 3. 2015, 19h, IWK:

Wolfdietrich Schmied-Kowarzik (Kassel/Wien): Thesen zum interkulturellen Selbstverständnis der Philosophie

Interkulturelle Philosophie kann natürlich auch als Teilgebiet der Philosophie abgehandelt werden, wie Naturphilosophie, Sozialphilosophie, Geschichtsphilosophie oder Religionsphilosophie, aber dort, wo ihre Begründungsproblematik aufgerollt wird, geht es darum, sie als Moment des Selbstverständnisses der Philosophie schlechthin zu erweisen. Daher haben wir zunächst philosophisch zu klären, was Philosophie ist und was in ihr das interkulturelle Moment ausmacht. Darüber hinaus sollen im Rückgriff auf die angrenzenden Disziplinen der Ethnologie, der Politikwissenschaft und der Geschichtsphilosophie in besonderer Weise auf die Probleme des Verstehens des Fremden, der gegenseitigen Anerkennung und der Verständigung als menschheitsgeschichtlicher Aufgabe eingegangen werden.

Wolfdietrich Schmied-Kowarzik: Professor i. R. für Philosophie und Pädagogik an der Universität Kassel.

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2015-04-23

Donnerstag 23. 4. 2015, 19h, IWK:

Murat Ateş (Wien): An-ātman. Zur Frage des Subjekts in der frühen indischen Philosophie

Der Vortrag widmet sich der frühen Phase indischen Denkens, in dessen Anfängen bereits ein Jahrtausend vor der abendländischen Zeitrechnung eine höchst anspruchsvolle Thematisierung und zugleich Problematisierung von Subjektivität vorliegt. Der Fokus wird sich vor allem auf die Kontroverse rund um den Begriff des ātman bzw. anātman richten, die nach Ende der vedischen Periode zwischen der Lehre der Upanishaden und der des Siddhārtha Gautama ausgetragen wurde. Während in den Upanishaden das Subjekt in das Zentrum rückte, als passives Substrat und Beweggrund der Erkenntnis, der (Leib-)Wahr nehmung, des Handelns, wie auch der Möglichkeit eines Transzendierens zum allgemeinen Sein (brahman), zeichnete sich die Lehre des Gautama gerade durch die Ablehnung all dessen aus. Er negierte nicht nur die Existenz eines kontinuierlichen und begründenden Subjekts (anattā), sondern versuchte dabei selbst noch den Negierenden in seiner Leere zu dekonstruieren.

Murat Ateş: Lehrbeauftragter am Institut für Philosophie der Universität Wien und Redaktionsmitglied von “polylog”.

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2015-05-21

Donnerstag 21. 5. 2015, 19h, IWK:

Gail Presbey (Detroit): Odera Oruka and Mohandas Gandhi on Reconciliation

The lecture will focus on the Kenian philosopher Henry Odera Oruka and his reflections on punishment and reconciliation. It will also concentrate on similarities and differences to Mohandas Gandhi’s thoughts on reconciliation.

Gail Presbey: Philosophieprofessorin an der Universität Detroit Mercy, USA.

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2015-06-11

Donnerstag 11. 6. 2015, 19h:

Alena Rettova (London): African Philosophy in Multiple Disguises

The debate on philosophy in Africa is particularly interesting since it appears to call for a redefinition of the very concept of philosophy. This question is even more pressing as we enter the domain of discourses in African languages, because many of them lack both the word and a specific area of intellectual discourse that would correspond to “philosophy”. The lecture outlines the discussion on African philosophy and isolates several types of theoretical and artistic discourses in African languages. It suggests philosophical thought in Africa can be found in such discourses and exposes the topical relevance of African philosophical ideas both in the context of intellectual discussions and in social and political life.

Alena Rettova: lehrt am Department of Languages and Cultures of Africa an der SOAS in London.

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2015-06-23

Dienstag 23. 6. 2015, 18h, Institut für Philosophie:

Leopold Joseph Bonny Duala-M’Bedy: Die Konstruktion des Fremden in der europäischen Geistesgeschichte. Der Fall Afrika

Prof. Dr. Leopold Joseph Bonny Duala-M’bedy geboren in Kamerun; studierte Ethnologie an der Sorbonne und am Institut Catholique de Paris; promovierte nach weiteren Studien an der Universität Wien 1962 in Ethnologie und Soziologie; setzte seine akademische Arbeit als Alexander-von-Humboldt Stipendiat beim Geschichtsphilosophen Eric Voegelin am Politikwissenschaftlichen Institut der Universität München fort; habilitierte sich 1972 mit der politikwissenschaftlichen Arbeit „Die Ordnungskonzeption der Afrikaner“, woraus sein, 1977 im Karl Alber Verlag erschienenes, Hauptwerk Xenologie. Die Wissenschaft vom Fremden und die Verdrängung der Humanität in der Anthropologie hervorging; lehrte danach mehrere Jahre in Bochum; begründete 1988 das Kaiserswerther Institut für Xenologie, das bereits zahlreiche afrikanische Jungwissenschaftler/Jungwissenschaftlerinnen förderte und mit einer Reihe von Forschungsprojekten hervortrat; derzeit bestehen Pläne, das Kaiserswerther Institut für Xenologie nicht nur in Douala/Kamerun zu verankern, sondern auch mit europäischen Zweigstellen auszubauen.
Literatur:
L.J. Bonny Duala-M’bedy (Hg.), Das Begehren des Fremden. Beiträge zur Xenologie, (Kaiserswerther Institut für Xenologie), Essen 1992.
L.J. Bonny Duala-M´bedy (Hg.), Die Entgegnung des Fremden im Museum, Oberhausen 1999.
Vgl. auch Christian Bremshey, Hilde Hoffmann, Yomb May, Marco Ortu (Hg.), Den Fremden gibt es nicht. Xenologie

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2015-10-12

Montag,  12.10. 2015, 19.00 Uhr, IWK

Prof. em. DDr. Raul Fornet-Betancourt (Bremen): Zur kulturellen Funktion der Philosophie in Zeiten der Krise.Eine lateinamerikanische Perspektive

Vor dem Hintergrund der zivilisatorischen Alternativen, die in Lateinamerika heute um eine Wende im Kurs der Geschichte ringen, aber ebenso unter Berücksichtigung der neueren lateinamerikanischen kulturphilosophischen Reflexion darüber, versucht der Vortrag die Krise unserer Zeit im Sinne einer Krise zu interpretieren, die ihr Zentrum in einer kosmologischen und anthropologischen Verschiebung hat und die somit die Philosophie vor der Herausforderung einer Neubestimmung ihrer "Funktion" in Gesellschaft und Kultur stellt. Der Vortag plädiert in diesen Zeiten der Krise für eine dreifache Aufgabe der Philosophie: Kritik, Vorschlag, Motivation.Im Anschluss an den Vortrag stellt Raúl Fornet-Betancourt sein neues Buch »Zur Geschichte und Entwicklung der interkulturellen Philosophie« (Aachen: Günter Mainz Verlag 2015) vor. 

Raúl Fornet-Betancourt: Prof. em. der Universität Bremen, Herausgeber der Zeitschrift »Concordia. Zeitschrift für Philosophie«.



2015-10-22

Donnerstag,  22.10. 2015, 19.00 Uhr

Josef Estermann: Andine Philosophie als provozierende Alterität – Eine interkulturelle Kritik des abendländischen Ethno- und Androzentrismus

In der lateinamerikanischen Geistesgeschichte spiegeln sich seit der Conquista durch Spanien und Portugal Strategien der Negation, der Eliminierung, der Unsichtbarmachung, der Erniedrigung und Ausgrenzung, die bis heute die Haltung hinsichtlich der indigenen Bevölkerung Abya Yalas prägen. Im Namen eines zweifelhaften Universalitätsanspruchs europäischer Philosophie wird Andine Philosophie von ihren Kritiker_innen als „Denken“, „Ethnophilosophie“ und „Weisheit“ bezeichnet und damit einem horizontalen Dialog entzogen. Das Bekenntnis zu einer eigenständigen Andinen Philosophie mit einer Rationalität sui generis kann jedoch im interkulturellen Austausch zu einer Alterität werden, die „uns den Spiegel vorhält“ und die ethno- und androzentrische Verfasstheit abendländischen Denkens in aller Schärfe ins Licht des philosophischen Denkens rückt.

Josef Estermann: langjährige Lehrtätigkeit an verschiedenen Universitäten in La Paz (Bolivien); Bereichsleiter für „Bildung & Grundlagen“ im Romero-Haus/Luzern und Lehrbeauftragter an der Theologischen Fakultät der Universität Luzern.

2015-11-12

Donnerstag, 12/11/2015, 19 Uhr, IWK

Michael Rössner: Literatur als Fortsetzung der Philosophie mit anderen Mitteln: Philosophisch-literarische Spiele in der argentinischen Literatur

Seit Macedonio Fernández, der erstmals die Metaphysik als „Zweig der phantastischen Literatur“ definierte, ist die abendländische Philosophie in der argentinischen Literatur beliebtes „Spielmaterial“, am stärksten natürlich bei Jorge Luis Borges, dessen Erzählungen oft wie Protokolle philosophischer Gedankenexperimente anmuten. Ähnliches gilt für seinen Freund Adolfo Bioy Casares und wohl auch noch für Julio Cortázar, der in Paris schreibt und vom französischen Existentialismus ebenso beeinflusst ist wie von der „Essayifizierung“ des europäischen Romans in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Vortrag beschäftigt sich auch mit der Frage, inwieweit dieses spezifische Verhältnis Literatur/Philosophie in Argentinien ein allgemein lateinamerikanisches Phänomen darstellt.

Michael Rössner: Professor für Romanische Philologie an der Ludwig-Maximilian-Universität München und Vorstand des Instituts für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

2015-11-19

Donnerstag,  19.11. 2015, 19.00 Uhr

Mohammed Turki: Convivencia und Toleranz in Al-Andalus

Präsentation von „polylog. Zeitschrift für interkulturelles Philosophieren“, Nr. 32: „Andalusien“

Das Heft Nr. 32 der Zeitschrift „polylog„, die von Sarhan Dhouib und Hans Schelkshorn betreut worden ist, versammelt Beiträge zur komplexen Entstehungs- und Ent wicklungsgeschichte der philosophischen Diskurse in Al-Andalus. Es analysiert auch die Rezeption einiger Vertreter der andalusischen Philosophie im arabisch-islamischen und im europäischen Kulturraum. Diese Rezeption gewinnt an Relevanz, weil sie thematisch mit Fragen des Zusammenlebens der Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen verbunden ist; außerdem rückt sie die interkulturelle Debatte um die Rolle des Islam bei der Rekonstruktion des kulturellen Gedächtnisses von Europa ins Zentrum. Al-Andalus stellt ein Bindeglied zwischen den arabisch-islamischen und den europäischen Kulturen dar.

Mohamed Turki: emeritierter Professor für Philosophie an der Universität Tunis.

2015-12-09

Mittwoch,  9. 12. 2015, 19.00 Uhr

Josefina Echavarría Alvarez: Friedensprozesse und Konflikttransformation: ein Blick auf vergangene und gegenwärtige Prozesse in Kolumbien

Seit August 2012 finden Friedensgespräche zwischen der Guerilla FARC und der kolumbianischen Regierung von Juan Manuel Santos statt. Die Agenda des Friedens beinhaltet fünf Punkte, welche den langjährigen Krieg mit einem Waffenstillstand beenden sollen. Trotzdem aber ist offensichtlich, dass ein Waffenstillstand nicht Frieden bedeutet: Circa zehn Prozent der Bevölkerung zählen zu den Opfern des Krieges, und daher stellt sich das Problem, wie man Frieden innerhalb der Zivilgesellschaft sowie zwischen dieser und der Regierung schaffen kann. Unter diesem Blickwinkel und anhand mehrerer Beispiele zum Thema der Versöhnung widmet sich dieser Vortrag der Frage, wie man Frieden und Konflikttransformation in Kolumbien jenseits der offiziellen Friedensgespräche denken kann.

Josefina Echavarría Alvarez: Assistentin am UNESCO-Chair for Peace Studies an der Universität Innsbruck.

2016-01-12

Dienstag 12.1.2016, IWK

Ulrich Brand: „Gutes Leben“ (buen vivir) – Anregungen einer lateinamerikanischen Debatte

Die Diskussion um ein „Gutes Leben“ (buen vivir, sumak kawsay in Quchua, suma qamaña in Aymara) wird in Lateinamerika seit einigen Jahren intensiv geführt. Ihre Vorläufer reichen weit zurück, sie aktualisiert sich jedoch durch die Kämpfe indigener Bewegungen um ihre gesellschaftliche und politisch-rechtliche Anerkennung. In Europa werden diese Beiträge rezipiert und mit der Suche nach angemessenen Antworten auf die multiple Krise des Kapitalismus verbunden. In dem Vortrag geht es um zentrale Dimensionen der lateinamerikanischen Debatten und ihre Bedeutung für Europa.

Ulrich Brand: Professor für Internationale Politik an der Universität Wien.

2016-01-25

Montag 25.1.2016, IWK

Hans Schelkshorn: Von der Mexikanischen Revolution zur Philosophie der Befreiung.

Zum lateinamerikanischen Denken im 20. Jahrhundert


Die Mexikanische Revolution stellt für die Geschichte Lateinamerikas einen Wendepunkt dar. Denn in „der Revolution taucht Mexiko in sein eigenes Wesen hinab“ (O. Paz).

Die Mexikanische Revolution wird im 20. Jahrhundert zu einer Inspirationsquelle sowohl für die sozialen Kämpfe der Marginalisierten, insbesondere der indigenen Völker, als auch für das lateinamerikanische Denken, das seit den 1970er-Jahren mit den Philosophien der Befreiung einen neuen Kulminationspunkt erreicht.

Hans Schelkshorn ist a.o. Professor am Institut für Christliche Philosophie an der Universität Wien

2016-03-03

Donnerstag 3.3.2016, 19.00 Uhr, Institut für Orientalistik

Jameleddine Ben Abdeljelil (Ludwigsburg): Das Unbehagen an der Tradition im Islam – Bruch und Kontinuität

Die Tendenz, sich an den Konsens als Maxime zu halten, innerislamische Diversitäten zu homogenisieren und Gegensätze zu harmonisieren, ist ein strukturelles Charakteristikum der islamischen Ideengeschichte und hat vielerlei Aspekte und Manifestierungsformen. Solche können wir in der islamischen Diskurslandschaft als methodische Ansätze und Strukturen wiederfinden, sei es in der Jurisprudenz, im Kalam, in der Philosophie oder in der Geschichtsschreibung. Dieses Charakteristikum prägt die islamische Kultur und Lebensweise der Muslime noch gegenwärtig.

Jameleddine Ben Abdeljelil: Junior Professor und Leiter der Abteilung für islamische Theologie/Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg.

AUDIO zum Nachhören

2016-03-17

Donnerstag 17.3.2016, 19.00 Uhr, Institut für Orientalistik

Elvira Wakelnig: Philosophie – Falsafa: Von Griechenland in die arabisch-islamische Welt

Im Rahmen einer großanlegten Übersetzungsbewegung wurden im 9. Jahrhundert die wichtigsten Werke der griechischen Philosophie und Wissenschaft ins Arabische übersetzt. Die Übersetzungen als solche bildeten bereits den ersten Schritt der Interpretation und Aneignung dieses der arabisch-islamischen Welt zunächst fremden Gedankengutes. In weiterer Folge wurden die arabischen Versionen gelesen, kommentiert, paraphrasiert und gaben Anstoß zur Verfassung neuer philosophischer Schriften. Anhand der Überlieferung und Weiterentwicklung einiger philosophischer Konzepte, wie etwa Intellekt und Natur, soll die arabisch-islamische Welt als Erbe und Erneuerer der antiken Philosophie betrachtet werden.

Elvira Wakelnig: Wissenschaftliche Mitarbeiterin im SNF-Forschungsprojekt „Eléments philosophiques et théologiques dans les traditions médicales byzantine et arabe“ (Universität Lausanne).

2016-04-12

Dienstag 12.4.2016, 19.00 Uhr, Institut für Orientalistik

Sarhan Dhouib: Intoleranz und Toleranz in der arabischen Moderne

In diesem Vortrag geht es um eine Analyse der beiden Begriffe Intoleranz (Taʿaṣṣub) und Toleranz (Tasāhul bzw. Tasāmuḥ) in ihrem philologischen und ideengeschichtlichen Kontext. Das arabische Wort Taʿaṣṣub ist nicht unbedingt eine Negation der Toleranz (Intoleranz), sondern verfügt über seine eigene Semantik. Bei Ğamāl Addīn Al-Afġānī (1838–1897) und Muḥammad ʿAbduh (1849–1905) z.B. wird der Begriff nicht abwertend behandelt. Beide Autoren – sie gelten als große Reformisten des modernen Islam – plädieren sogar für eine Form von Intoleranz. Aber kann man Intoleranz überhaupt rechtfertigen? Der zweite Teil des Vortrags wendet sich einigen Rechtfertigungsstrategien des Toleranzbegriffes bei arabischen Autoren wie Amīn Rayḥānī (1876–1940) zu. Dabei wird geprüft, welches arabische Wort dem europäischen Wort »Toleranz« entsprechen könnte. Das Wort Tasāhul, das von Adīb Isḥāq (1856–1885) für die Übersetzung des französischen tolérance vorgeschlagen wurde, prägte die Diskussion an der Wende zum 20. Jahrhundert. Das heute verwendete Tasāmuḥ ist jedoch ein erst später entwickelter Terminus. Der letzte Teil des Vortrags widmet sich einigen normativen Aspekten der Debatte und versucht eine Öffnung hin zu einer inter- und transkulturellen Theorie.

Sarhan Dhouib: Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der Universität Kassel.

2016-05-23

Montag, 23.5.2016, 19.00 Uhr, Institut für Orientalistik

Ayman Agbaria: Islamic Jurisprudence of Minorities: Is It Good for All? The Case of the Palestinian Muslim Minority in Israel

This presentation examines the doctrine of Jurisprudence of Muslim Minorities (Fiqh al-Aqilliyyat) in the context of the Palestinian Muslim community in Israel. The first part discusses the origins and goals of Fiqh al-Aqilliyyat. After outlining the particular historical and political context of the Palestinian minority in Israel, the presentation focuses on the ethno-religious political mobilization developed by the Muslim community vis-à-vis the state’s strategies of control and domination and points up the difficulties involved in the application of Fiqh al-Aqilliyyat, as used in „Western“ states, for the reality that Muslims face in Israel. The presentation suggests a vigilant approach towards the „Jurisprudence of Minorities“, as we argue that when applying it in this context of the Muslim community in Israel, this doctrine has two substantial limitations which will be the topic of the last part of the presentation.

Ayman Agbaria: Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Department of Leadership and Policy in Education der Universität Haifa.

2016-06-23

Donnerstag 23. Juni 2016, 19.00 Uhr, Hörsaal des Instituts für Orientalistik

Elizabeth Suzanne Kassab: Enlightenment Debates in Cairo and Damascus on the Eve of the 2011 Uprisings

Animated debates on Enlightenment (tanwir) took place in the 1990s in Cairo and Damascus respectively. During those years the regimes of Egypt and Syria were in their third and fourth decades of advanced authoritarianism, repression and corruption. The tanwir debates in question were not „academic“ discussions about the European school of thought known as the Enlightenment, nor about its reception in the Arab world. They were not about some local historical school of thought that could be labelled as „Enlightenment“ either. Rather, they addressed the concrete realities of the time in the two countries. In fact, these realities determined their themes, priorities and modalities. This talk explores and compares the main issues of the Egyptian and Syrian turn of the millennium tanwir discourses and examines the links of their main concerns with those expressed by the recent Arab uprisings.

Elizabeth Suzanne Kassab: Professorin für Philosophie am Doha Institute for Graduate Studies in Doha, Quatar.

2016-10-13

 Do., 13.10.2016, 19.00 Uhr, IWK, Berggasse 17, 1090 Wien

Podiumsdiskussion mit Philipp Ther und Larisa Schippel (Wien):
Ist Osteuropa überhaupt Europa? Grenzziehungen des Denkens als hegemoniale Muster des Ausschlusses

Die letzten 25 Jahre brachten Grenzerweiterungen durch die EU-Integration und Entgrenzungen durch eine verstärkte Mobilität und Migration als Folge des Zusammenbruchs des Ostblocks. Während der Eiserne Vorhang noch für klar verlaufende Grenzen zwischen politisch-ideologischen Lagern sorgte, ist durch dessen Fall die Frage nach Ost- oder Mitteleuropa und deren Identität wieder Gegenstand von zahlreichen – und nicht nur intellektuellen – Debatten geworden. Wie steht es nun um die mentale und kulturelle Geographie Europas? Wie ist das Verhältnis von Europa zu Ost- und Mitteleuropa beschaffen? Funktioniert hier eine Logik der Identität, der Familienähnlichkeit, der Imitation oder der Differenz? Ist das Verhältnis zwischen Europa und Mittel- bzw. Osteuropa intrakultureller, interkultureller oder dritter Art? Und wer darf überhaupt darüber entscheiden?

In dieser Auftaktveranstaltung zur Vortragsreihe diskutieren Philipp Ther und Larisa Schippel über die historischen und aktuellen Gründe des Ungleichgewichts auf dem europäischen Kontinent.

Philipp Ther: Professor am Institut für Osteuropäische Geschichte an der Universität Wien. Larisa Schippel: Professorin und Leiterin des Zentrums für Translationswissenschaften an der Universität Wien.

2016-11-24

Do., 24.11.2016, 19.00 Uhr, IWK, Berggasse 17, 1090 Wien

Nikolaj Plotnikov (Bochum):

 

Philosophie im postsowjetischen Russland zwischen Identitätsfindung und wissenschaftlichem Diskurs. Versuch einer Kartographie

Der Vortrag gibt einen Überblick über die Entwicklung der philosophischen Diskurse in Russland im 21. Jahrhundert. Trotz institutioneller und konzeptioneller Pluralität lassen sich sowohl in der akademischen Forschung als auch in der Public Philosophy dominante Denkstrategien nachweisen, die in die alten Gegensätze von Nationalismus und europäisch orientiertem Denken zurückfallen. Als Reaktion auf die Globalisierung der Wissenschaft entwickelt die Philosophie in Russland einen Kulturpartikularismus, der zum Leitfaden in der Bestimmung der Funktion und der Aufgaben der Philosophie wird. Die Instrumentalisierung der Philosophie für die Legitimierung der geopolitischen Vision einer »russischen Welt« im Kontext des russisch-ukrainischen Konflikts wirft neue Fragen für eine kritische Selbstreflexion auf. Vor allem ist es erforderlich zu analysieren, warum die Philosophie in der postsowjetischen Zeit es nicht vermocht hat, einen Widerstand gegen ihre ideologische Vereinnahmung zu entwickeln.

Nikolaj Plotnikov: Privatdozent und Projektkoordinator der Forschungsstelle »Russische Philosophie und Ideengeschichte« sowie Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der Ruhr-Universität Bochum.

2016-12-01

Do., 1.12.2016, 19.00 Uhr, IWK, Berggasse 17, 1090 Wien

Yvanka B. Raynova (Sofia, Wien):
Feministische Wertekonflikte und Dramadynamik im »Ost-West«-Kontext

Der Vortrag thematisiert den dramatischen Verlauf einer wissenschaftlichen Kontroverse zwischen amerikanischen und tschechischen Wissenschaftlerinnen, die durch den Zusammenprall verschiedener gesellschaftlicher und kultureller Wertesysteme und Erfahrungen entstand, wobei der Konflikt von einer angeblich gut gemeinten »Helferposition« ausgelöst wurde. Das Ziel des Vortrags ist es, diesen Konflikt zu beschreiben und dabei gewisse Missverständnisse zu veranschaulichen, die zum Teil auf Vorurteilen und Ignoranz gegenüber »osteuropäischen« Wirklichkeiten, zum Teil auf sozialen und kulturellen Unterschieden basieren. Mit Hilfe des Drama-Dreiecks und anderer Methoden werden archaische Aktions-Reaktions-Muster analysiert, um zu zeigen, wie Unwissen und kulturelle Befangenheit zur Konstitution von verzerrten sozialen Rollen und politisch geprägten Genderklischees führen bzw. wie einige »Westfeministinnen« die »Ostfrauen« als unmündige »zweitrangige Bürgerinnen« und »Opfer« des Patriarchats abstempelten. Anhand dieses interkulturellen Zusammenstoßes in der Ost-West-Kommunikation werden weiterführende Fragen gestellt und Lösungsansätze vorgeschlagen.

VIDEO IM INTERNET

Yvanka B. Raynova: ordentliche Professorin am Institute for the Study of Societies and Knowledge der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften, Sofia.

2017-01-12

Do., 12.1.2017, 19.00 Uhr, Institut für Romanistik der Universität Wien, Universitätscampus AAKH, Hof 8, Spitalgasse 2, 1090 Wien

Romanița Constantinescu (Bukarest, Heidelberg):

Zur östlichen Grenze Südost- und Ost(mittel)Europas

Räumliche Repräsentationen mit handlungsleitenden Wertvorstellungen wie z.B. »Südosteuropa«, »Ostmitteleuropa« und »Osteuropa« werden sehr unterschiedlich auf der Karte Europas von den jeweiligen Betrachter_innen verortet. Der Vortrag befasst sich mit der Region zwischen dem Pruth und dem Dnjestr im Osten Rumäniens, mit der Republik Moldau, mit dem jenseits des Dnjestr gelegenen Transnistrien, mit Grenzen und mit Nahtstellen, die nicht unbedingt als verheilende Narben, sondern auch als eine kleine kreative Reserve aufgefasst werden können, welche eine gegebene rigide Weltordnung lockern kann und sie geschmeidiger werden lässt. Der Vortrag behandelt die geopoetischen Versuche, Grenzen in diesem Teil Europas zu entschärfen, seien es die sogenannten »Blumenbrücken« über den Pruth (1990, 1991, 2015) oder die künstlerischen Projekte mit sozialem Charakter, die sich weigern, den aktuellen status quo der Randregion zu akzeptieren und stattdessen versuchen, die Chancen einer kritischen Peripherie auszuloten.

Romanița Constantinescu: Associate Professor für allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft an der Philologischen Fakultät der Universität Bukarest und Stiftungslektorin für Rumänisch an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.

2017-01-26

Do., 26.1.2017, 19.00 Uhr, IWK, Berggasse 17, 1090 Wien

Andriy Dakhniy (Lwiw):

Die Ukraine zwischen Europa und Russland (aus geschichtsphilosophischer und interkultureller Sicht)

Die dramatische Entwicklung in der Ukraine ist in hohem Maße durch den ambivalenten Charakter ihrer Geschichte und durch die mentale Aufspaltung verschiedener Teile des Landes bedingt, die aus der längeren Zugehörigkeit der Bevölkerung zu ganz unterschiedlichen staatlich-politischen, soziokulturellen und mentalen Systemen resultiert. Von Heideggers Begriff des Zwischen und von Huntingtons Konzeption des »Kampfes der Kulturen« ausgehend wird im Vortrag der Versuch unternommen, die ukrainische Identität im Lichte der geographischen sowie der historischen »Position« des Landes zwischen Europa und Russland darzustellen und das Spezifische an ihr sowohl in geschichtsphilosophischer als auch in interkultureller Hinsicht zu untersuchen. Zudem wird der Vortrag den sogenannten »Euromaidan« als einen besonders starken Anstoß zur »Europäisierung« interpretieren und im Besonderen auch auf die Stadt Lwiw/Lemberg eingehen.

Andriy Dakhniy: Universitätsdozent an der Fakultät für Philosophie der Iwan-Franko-Universität zu Lwiw/Lemberg, Ukraine.

2017-05-04

Donnerstag 4. Mai 2017, 18:30 h
Ort: Institut für Südasien-, Tibet- und Buddhismuskunde Spitalgasse 2, Hof 2.7 (Campus), 1090 Wien:

Monika Kirloskar-Steinbach:
"Kann es eine indische Menschenrechtsbegründung geben?"

Im Vortrag wird dargelegt, warum diese Frage nicht ohne Weiteres bejaht werden kann.
Zunächst werden methodologische Probleme skizziert, die in interkulturellen Studien über Menschenrechte auftreten. Darauf aufbauend sollen schliesslich im indischen Kontext erhobene Begründungversuche analysiert und diskutiert werden.

Monika Kirloskar-Steinbach: ist außerplanmäßige Professorin an der Universität Konstanz. Sie lehrt und forscht zu Themen der Politischen Philosophie und Philosophie der Interkulturalität. Sie ist Vizepräsidentin der GIP (Gesellschaft für interkulturelle Philosophie) und Herausgeberin der Zeitschrift *Journal of World Philosophies*.

2017-05-18

Donnerstag, 18. Mai 2017, 19:00 Uhr
Ort: Institut für Südasien-, Tibet- und Buddhismuskunde, Spitalgasse 2 (Campus), Hof 2.7, Seminarraum 1

Ram Adhar Mall: "Indische Logik zwischen Epistemologie und Psychologie"


Aufgrund fehlender Kenntnisse herrscht heute noch weitgehend die Meinung, dass das logische Denken in seiner Entstehung und  Entwicklung eine rein europäische Angelegenheit gewesen sei. Dem entgegen möchte der Vortrag zunächst mit einer Einführung in ein logisches Denken beginnen, welches bereits früh durch unterschiedliche Traditionen indischer Philosophien hervorgebracht wurde und sich durch komplexe Syllogismen auszeichnet. Im Weiteren soll aufgezeigt werden, warum die indische Logik in ihren epistemologischen Ansprüchen den sogenannten Psychologismus nicht ablehnte und wieso wir behaupten können, dass man sie gleichermaßen als Epistemologie und Psychologie verstehen müsse. Im Anschluss an diese Ausführungen soll schließlich im Kontext interkultureller Diskurse thematisiert werden, weshalb wir dem logischen Denken – jenseits von Provinzialisierung und Essentialisierung – eine "orthafte Ortlosigkeit" zusprechen müssen.


Ram Adhar Mall ist Gründungspräsident der Gesellschaft für interkulturelle Philosophie und Herausgeber der Reihe "Studien zur interkulturellen Philosophie". Er lehrte Philosophie u.a. an den Universitäten Kolkata, Heidelberg, München, Wien und ist zurzeit Seniorprofessor an der Universität Jena.

2017-06-08

Donnerstag 08.Juni.2017, 19:00 Uhr
Ort: Institut für Südasien-, Tibet- und Buddhismuskunde, Spitalgasse 2 (Campus), Hof 2.7, Seminarraum 1

Arno Böhler / Dagmar Shorny: "Philosophie des Yoga – Yoga als Philosophie"


Mit zwei Vorträgen wollen wir uns einerseits den klassischen Philosophien des Yoga annähern und anderseits die Frage stellen, ob und inwiefern die Praxis des Yoga selbst den Anspruch erheben kann, eine Weise des Philosophierens und Erkennens zu sein.

Vortragende:
*Arno Böhler* ist Direktor des Forschungszentrums BASE im indischen Tamil Nadu, Dozent am Institut für Philosophie der Universität Wien und Leiter des FWF-Forschungsprojekts "Artist-Philosophers" an der Universität für Angewandte Kunst Wien.
*Dagmar Shorny* ist Gründerin der Yoga Pushpa Schule und unterrichtet u.a. Philosophie in Yogalehrausbildungen.

2017-06-22

Donnerstag 22.Juni.2017, 19:00 Uhr

Ort: Institut für Südasien-, Tibet- und Buddhismuskunde, Spitalgasse 2 (Campus), Hof 2.7, Seminarraum 1

Elisa Freschi: (Anti-)Realismus aus Perspektive des Viśiṣṭādvaita Vedānta.

Woher rührt die naive Gewissheit, dass die Realität – unabhängig vom erlebenden Subjekt – eine an sich stabile und kontinuierliche Wahrheit habe? Bedeutet solch ein naiver Realismus, wie auch Michael Dummett behauptet hat, dass man dafür ein allwissendes Wesen voraussetzen muss? Solchen und ähnlichen Fragen wird der Vortrag aus der Perspektive der indischen Viśiṣṭādvaita Schule begegnen.

*Dr. Elisa Freschi* ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Südasien-, Tibet- und Buddhismuskunde und Forscherin bei der Öster­reichi­schen Aka­demie der Wissen­schaften (Institut für Kultur- und Geistes­geschichte Asiens) sowie Redaktionsmitglied des "Journal for South Asian Studies (RiSS)"