Zeit: 20.11. 2026, 13:30 – 18:30
Ort: Sitzungssaal der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien,
Universitätsring 1, Stiege 8, 2. Stock, 1010 Wien
Die Schule von Salamanca hat sich bereits im frühen 16. Jahrhundert mit den Herausforderungen der frühen Moderne und vor allem der transozeanischen Expansion Europas auseinandergesetzt. Francisco de Vitoria, der 1526 auf den Lehrstuhl für Theologie in Salamanca berufen wurde, gilt als der Begründer Schule, die nicht nur wichtige Beiträge zur Theologie und Philosophie entwickelte, sondern auch wegweisende Konzepte für Ökonomie und Jurisprudenz vorlegte.
Francisco de Vitoria ist im 20. Jahrhundert vor allem als Begründer des modernen Völkerrechts gefeiert worden. Angesichts der gegenwärtigen Krise des Völkerrechts durch neue interimperiale Kriege, aber auch durch die postkoloniale Kritik an der westlichen Idee einer rechtsbasierten globalen Ordnung ist die von Vitoria grundgelegte Idee des Völkerrechts zu einem Brennpunkt interkulturellen Philosophierens geworden.
Anmeldung erbeten bis 15.11.2026 an: mediawigiporg
Eine Teilnahme an der Veranstaltung ist auch per Video-Stream möglich.
Für Rückfragen steht Ihnen zur Verfügung: johann.schelkshornunivie.acat
Programm
13:30 Begrüßung
13:45 Encarnación Fernández Ruiz-Gálvez (Valencia)
Totus orbis and ius gentium in Francisco de Vitoria:
The Balance between Tradition and Innovation
14:30 Tamara Bartl
Die Neue Welt aus zweiter Hand: Zur Frage nach Francisco de Vitorias Quellen
15:15 Kaffeepause
15:30 Lisa Tragbar
Vitorias Ethik der Nachkriegszeit (Ius post bellum)
16:15 Hans Schelkshorn
Globaler Kosmopolitismus oder Ius Europeum?
Carl Schmitt und die postkoloniale Kritik an Vitorias Lehre vom ius gentium
17:00 Georg Cavallar
Nach Vitoria. Das Völkerrecht in der Frühen Neuzeit bis Kant
17:45 Natascha Gruver
Proto-VWL": Ökonomische Theorie und Naturrecht von Vitoria bis Suarez
18:30 Schlussworte
Referent:innen
Encarnación Fernández Ruiz-Gálvez, Professorin für Rechtsphilosophie und politische Philosophie an der Universität Valencia; Leiterin des Masterstudiengangs der Universität Valencia zum Thema „Menschenrechte, Frieden und nachhaltige Entwicklung“
Natascha Gruver, Lehrbeauftragte am Institut für Philosophie an der Universität Wien; Dozentin am IES Abroad Vienna. Schwerpunkte in Lehre und Forschung: Europäische Philosophie, Geschichte der Philosophie (Frühe Neuzeit 20. Jahrhundert), theoretische Philosophie
Tamara Bartl, Doktorandin und ÖAW-DOC-Stipendiatin am Institut für Romanistik an der Universität Wien
Lisa Tragbar, BA BA MA, Dissertantin und Lektorin am Institut für Philosophie, Universität Wien
Hans Schelkshorn, Prof. i.R. des Instituts für interkulturelle Religionsphilosophie an der Universität Wien
Georg Cavallar, Privatdozent, Gymnasiallehrer und Buchautor; lebt in Wien